Jeder Mensch kennt das Gefühl zwischen Beklemmung und Angst, wenn man im Dunklen plötzlich nichts mehr sieht. In unfreiwilliger Dunkelheit fühlen sich Sehende oft unbehaglich, unwohl, angespannt, nervös, mulmig, orientierungslos, unsicher, wehrlos, hilflos, abhängig, ausgeliefert, gefangen, eingesperrt, isoliert, alleine, machtlos, passiv, ohnmächtig, eingeschüchtert, nicht gut.
Meine Blindheit macht mich nicht traurig, Sehende manchmal schon.
Während der Entstehung von Dubistblind.de fiel mir neben dieser Doppeldeutigkeit auf, dass viele typische Probleme blinder Menschen sozialer Art sind und vielleicht auch mit der evolutionär entstandenen und einst sinnvollen Angst vor Dunkelheit zusammenhängen. Beeinflußen unbewusste Angsterinnerungen, wie sehende Menschen sich das Leben und die Lebensqualität blinder Menschen vorstellen?
Was sind Urängste? Warum gibt es sie? Welche Ängste haben Tier und Mensch gemeinsam? Welche Ängste kennt schon jedes Kind? Welche realen Gefahren gibt es im Dunkeln? Wie gehen sehende Menschen mit ihrer Dunkelangst um? Welche Bewältigungsstrategien haben sie?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Berührungsängsten gegenüber blinden Menschen und der allen Menschen bekannten Angst im Dunkeln? Was unterscheidet Blindheit von anderen Behinderungen? Was ist das Einzigartige an Blindheit? Welche Befürchtungen haben Sehende beim Kontakt mit Blinden? Was haben Übertragung, Projektion, Antizipation, Bias, Spiegelneuronen, negative Empathie, Stereotypen und Stigmatisierung damit zu tun? Weiterlesen „Dunkelheit und Psychologie, Sehende und Blindheit“ →