Worum es bei dubistblind.de geht

Diese Website dient mir als Möglichkeit, kreativ sein zu können, irgendwo zwischen Selbsthilfe und Selbstdarstellung, Engagement und Forschung, Spielerei und Sammlerei, Privatprojekt und Community…

Wer mich nicht näher kennt, sieht in mir oft nur einen „Blinden“, nicht aber den Menschen oder Mann. Um das zu ändern, habe ich aufgeschrieben, wer ich auch noch bin, worüber ich lache, was ich mag, was ich mal gemacht habe und was ich gerne noch mal machen würde. Mehr…
— Per Busch

BRANDAKTUELL

Seit dem 24.7.2020 engagiere ich mich für den Erhalt des Kasseler Blindenpfads im Habichtswald. Hessen Forst und der Naturpark Habichtswald versuchen, Deutschlands ersten Blinden-Waldwanderpfad abzubauen, ohne dafür Ärger zu bekommen. Ich habe dazu etwas über abgelehnte Unterstützung, Verhinderung von Engagement, vorgeschobene Verkehrssicherungspflicht, Diskriminierung und Unverhältnismässigkeit geschrieben. Auf dieser Seite gibt es auch Updates zu neuen Entwicklungen (Petition, Reaktionen, Medienberichterstattung). Vielleicht ist es noch nicht zu spät…
Drohendes Aus für Deutschlands ersten Blinden-Waldwanderpfad

Blind im Wald

Nachdem ich 1993 erblindete, war mein größter Traum, mich wieder alleine und unabhängig in der Natur bewegen zu können. 2011 wurde dieser Traum wahr. Das hat meine Lebensqualität enorm verbessert! Warum ich den Wald liebe, wie ich dort alleine blind wandern kann, was ich dabei erlebe, welche Herausforderungen es gibt und was mich besonders interessiert, einschließlich vieler weiterführender Links. Mehr…

Harleswald.De ist meine Website rund um den Harleshäuser Habichtswald in Kassel

Du bist blind, wenn…

Ich lese im Web immer wieder Beiträge von blinden Menschen, die ihre Erfahrungen mit wenigen Worten witzig auf den Punkt bringen. Ich finde es faszinierend und hilfreich zu wissen, dass andere überall auf der Welt Ähnliches erleben und oft über die gleichen Dinge lachen oder von ihnen genervt sind und dass, obwohl wir ansonsten doch alle sehr unterschiedlich sind. Ich habe versucht, diese typischen Begleiterscheinungen der Blindheit verallgemeinert und zugespitzt in einzelnen Sätzen zu verdichten.

Über Vorteile, Sehende, Typisches, Anekdoten, Blindenführhunde und Partnerschaftstauglichkeit, ergänzt mit Zitaten und amüsanten Tweets blinder Twitterautoren, Blindenwitzen, englischsprachigen Blind Jokes und Bildbeschreibungen behinderter Cartoons.

„Meine Blindheit macht mich nicht traurig, Sehende manchmal schon“

Während der Entstehung von dubistblind.de fiel mir neben dieser Doppeldeutigkeit auf, dass viele typische Probleme blinder Menschen sozialer Art sind und mit der evolutionär entstandenen Angst vor Dunkelheit zusammenhängen. Jeder Mensch kennt das Gefühl zwischen Beklemmung und Angst, wenn man im Dunklen plötzlich nichts mehr sieht. In der Dunkelheit fühlen sich Sehende oft unbehaglich, unwohl, angespannt, nervös, mulmig, orientierungslos, unsicher, wehrlos, hilflos, abhängig, ausgeliefert, gefangen, eingesperrt, isoliert, alleine, machtlos, passiv, ohnmächtig, eingeschüchtert, nicht gut.

Beeinflußen unbewusste Angsterinnerungen, wie sehende Menschen sich das Leben blinder Menschen vorstellen? Was sind Urängste? Warum gibt es sie? Welche Ängste haben Tier und Mensch gemeinsam? Welche Ängste kennt schon jedes Kind? Welche realen Gefahren gibt es im Dunkeln? Wie gehen sehende Menschen mit ihrer Dunkelangst um? Welche Bewältigungsstrategien haben sie? Was unterscheidet Blindheit von anderen Behinderungen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Berührungsängsten gegenüber blinden Menschen und der allen Menschen bekannten Angst im Dunkeln? Mit diesen und ähnlichen Fragen werde ich mich künftig auf dubistblind.de/blog beschäftigen. Erste Erläuterungen meiner Thesen finden sich auch in diesen englischsprachigen Tweets.

In einer repräsentativen Umfrage von 2016 gaben 80% sehender Menschen an, Mitleid mit Blinden zu haben. 74% glaubten nicht, dass sie noch glücklich sein könnten, wenn sie blind wären. 53% fühlen sich in der Nähe blinder Menschen unbehaglich. 46% konnten sich kein schlimmeres Schicksal vorstellen, als blind zu sein.

Ich mag die 54%, die sich Schlimmeres als Blindheit vorstellen können. Ich mag Menschen, die mir ohne übertriebene Unsicherheit, Ängste und Fürsorge begegnen.

Unwissenheit, fehlende Erfahrung und Mitgefühl mit Blinden sind unvermeidbar und ganz normal, offen gezeigtes Mitleid und Bevormundung muss aber wirklich nicht sein.

Fazit: Für mich ist es ein Trost, dass viele andere überall auf der Welt täglich das Gleiche erleben und dass das gefühlsgesteuerte Verhalten meiner sehenden Mitmenschen ganz normal ist. Man kann es leider kaum ändern, aber wenigstens verstehen. Dann tut es weniger weh und es kann einen nicht mehr so leicht verletzen.

Warum kommen Blinde nicht in die Hölle?
Weil der Teufel Angst hat, dass sie ihm auf den Schwanz treten.😎

Oder mit anderen Worten: Sogar der Teufel hat Vorurteile und Berührungsängste…

Ich habe die Studie zu der repräsentativen Umfrage übersetzt, stark bearbeitet zusammengefasst und mit einigen Links ergänzt. Wer sich traut, findet sie hier.

Beschreibung des Banners

Weil die armen Sehenden auch immer noch was zum Angucken brauchen, haben nette Menschen mir geholfen, meine Idee eines Logos für das Banner sichtbar zu machen. Links sieht man 3 schwarze, im Dreieck angeordnete Smileys auf gelbem Grund, die wie die 3 schwarzen Punkte des klassischen Blindenzeichens wirken sollen. Diese sehr einfachen Smileys zeigen die Emotionen Freude, Traurigkeit und Überraschung, die zu den Inhalten von #Dubistblind passen. :) :( :O Rechts neben dem Titel sieht man außerdem 2 stilisierte blinde Personen mit Stock, deren Führhunde Nase an Nase stehen und sich beschnuppern.