Alltägliche Berührungen

Was sollte man bei der Berührung von Freunden, Kollegen und Fremden beachten?

Viele Menschen verzichten bewusst darauf, andere zu berühren, weil sie befürchten, Grenzen zu überschreiten, falsch verstanden zu werden oder jemanden in eine unangenehme Situation zu bringen. Diese noch nicht fertiggestellte Unterseite des Berührungsprojekts möchte mit konkreten Tips zu mehr Körperkontakt im Alltag ermutigen.

Eine kurze Umarmung unter Freunden, eine Hand auf der Schulter, ein fester Händedruck, ein Lächeln, ein freundliches Wort. Solche zwischenmenschlichen Momente kosten nichts und tun doch erstaunlich gut. Sie signalisieren: Du bist nicht allein. Ich sehe dich. Ich bin dir zugewandt.

Tips

Zustimmung

Vor allem bei neuen oder unsicheren Situationen ist Nachfragen ein Zeichen von Respekt. Ein einfacher Satz wie „Ich würde dich gerne kurz umarmen, ist das für dich in Ordnung?“ schafft Klarheit und Vertrauen.

Wenn jemand eine Berührung ablehnt, sollte das nicht persönlich genommen oder kommentiert werden. Ein Nein sollte jederzeit möglich sein, ohne Begründung und ohne Rechtfertigung. Zögern, Zurückweichen, fehlende Erwiderung oder sichtliche Anspannung können Hinweise darauf sein, dass eine Berührung nicht willkommen ist. In solchen Fällen ist Zurückhaltung angebracht, auch ohne ausgesprochenes Nein.

Weniger ist oft mehr.

Es muss nicht immer eine herzliche Umarmung sein. Oft reicht schon eine kurze, leichte Berührung an Arm oder Schulter oder ein fester Händedruck. Besonders bei weniger vertrauten Menschen sind zurückhaltende Gesten oft angemessener.

Umarmung mit Abstand

Menschen kann es manchmal unangenehm sein, wenn andere beim umarmen ihre Brüste oder ihren Bauch spüren können. Das lässt sich vermeiden, indem man sich nur mit dem Oberkörper vorbeugt und mit den Schultern berührt.

Hygiene

Wer Angst vor Ansteckungen hat, kann nach einem Händedruck in einem ruhigen Moment die Hand desinfizieren.

Kontext

Je vertrauter eine Beziehung ist, desto selbstverständlicher kann körperliche Nähe sein. Bei Fremden oder im beruflichen Umfeld sind kleine Gesten wie ein Händedruck oder Schulterklopfen oft ausreichend.

Der richtige Moment

Eine Berührung wirkt wohltuender, wenn sie diskret und unaufdringlich geschieht. In ruhigen, entspannten Momenten ist Nähe angenehmer als in Stresssituationen oder vor Publikum.

Warum überhaupt berühren?

Fast jeder von uns weiß, wie wohltuend es sein kann, nach einer Umarmung Verbundenheit zu spüren oder durch eine Hand auf dem Arm Trost zu erhalten. Respektvolle Berührungen stärken zwischenmenschliche Beziehungen und geben Kraft, schwierige Zeiten besser zu überstehen. Wer regelmäßig Zuwendung in Form von Berührung erlebt, ist ausgeglichener, glücklicher, gesünder und fühlt sich weniger allein.

Siehe auch: Berührung tut gut! (Projektseite)

** geschrieben von Per Busch, zuerst veröffentlicht im Januar 2026 **